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Fußballer: 800 Euro+/monatlich spricht für Beschäftigung?

10. November 2021 – Niklas Schilling
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    Das LSG Niedersachsen-Bremen hat in einem Urteil vom 27.07.2021 (Az. L 2 BA 26/21) klargestellt, dass Zahlungen an Fußballspieler in Höhe von monatlich 800 Euro und mehr eindeutig für ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis sprechen.

     

    Im diesem Fall hatte ein Fußballverein Spielern, die als Amateure geführt wurden, finanzielle Zuwendungen in Form von Garantiesummen und Prämien in Höhe von 800 bis 1.030 Euro pro Monat gewährt. Das LSG Niedersachsen-Bremen bewertete diese Zahlungen als sozialversicherungspflichtig. Nach der Auffassung des LSG lag eine abhängige Beschäftigung aus den folgenden Gründen vor:

    • die Spieler waren zur Einhaltung der vom Verein angesetzten Trainings, zur intensiven Mitarbeit nach den Anordnungen des Trainers sowie zur Befolgung der Anordnungen über die Turnierteilnahmen verpflichtet,
    • der Verein verfolgte ebenso wie die Vertragsspieler wirtschaftliche Interessen und der wirtschaftliche Erfolg der sportlichen Leistungen kam unmittelbar dem Verein und den Spielern zugute,
    • der Verein konnte nicht nachweisen, inwieweit mit den Zahlungen konkrete Aufwendungen der Spieler gedeckt wurden.

     

    Das Gericht hat ebenso herausgearbeitet, dass eine Beschäftigung nicht schon deshalb vorliegt, weil die Spielorte vorgegeben waren und der Spieler die Anordnungen des Trainers befolgen musste. Diese Umstände seien typisch für Mitglieder einer Fußballmannschaft (unabhängig davon, ob sie in einem Beschäftigungs- oder lediglich einem Mitgliedschaftsverhältnis zum Verein stehen). Auch materielle Anreize zur Förderung der sportlichen Leistungsbereitschaft und zur Erreichung sportlicher Erfolge lassen als solche nicht zwingend auf ein Arbeitsentgelt schließen.

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